Gedichte von….

Dichte Tucho!

....KURT TUCHOLSKY

auch bekannt als...

Kaspar Hauser
Peter Panther
Theobald Tiger
Ignaz Wrobel

9
Feb

Der andere Mann


Du lernst ihn in einer Gesellschaft kennen.
Er plaudert. Er ist zu dir nett.
Er kann dir alle Tenniscracks nennen.
Er sieht gut aus. Ohne Fett.
Er tanzt ausgezeichnet. Du siehst ihn dir an…
Dann tritt zu euch beiden dein Mann.

Und du vergleichst sie in deinem Gemüte.
Dein Mann kommt nicht gut dabei weg.
Wie er schon dasteht – du liebe Güte!
Und hinten am Hals der Speck!
Und du denks bei dir so: “eigentlich…
Der da wäre ein Mann für mich! ”

Ach, gnädige Frau! Hör auf einen wahren
Und guten alten Papa!
Hättst du den Neuen: in ein, zwei Jahren
Ständest du ebenso da!
Dann kennst du seine Nuancen beim Kosen;
Dann kennst du ihn in Unterhosen;
Dann wird er satt in deinem Besitze;
Dann kennst du alle seine Witze.
Dann siehst du ihn in Freude und Zorn,
Von oben und unten, von hinten und vorn…
Glaub mir: wenn man uns näher kennt,
Gibt sich das mit dem happy end.
Wir sind manchmal reizend, auf einer Feier…
Und den Rest des Tages ganz wie Herr Meyer.
Beurteil uns nie nach den besten Stunden.

Und hast du einen Kerl gefunden,
Mit dem man einigermaßen auskommen kann:
dann bleib bei dem eigenen Mann!

Comments are closed.

Gedicht der Woche

Dir gefallen die Beine nicht

Dir gefallen die Beine nicht, dir gefällt die Kleine nicht, dir gefällt die Große nicht, und du magst die Sauce nicht. Dir gefällt der Opel nicht, und du wärst kein Popel nicht, und dir schmeckt der Steinwein nicht, und dir schmeckt der Rheinwein nicht… Lieber Freund, besinn dich drauf: Worauf herauf – ? Bist du [...]

Meistgelesen

Die Lösung

Wenn was nicht klappt, dann wird vor allem mal nicht berappt. Wir setzen frisch und munter die Löhne, die Löhne herunter – immer runter! Wir haben bis über die Ohren bei unsern Geschäften verloren… Unser Geld ist in allen Welten: Kapital und Zinsen und Zubehör. So lassen wir denn unser großes Malheur nur einen, nur [...]

Aktuell

Die freie Marktwirtschaft

Ihr sollt die verfluchten Tarife abbauen. Ihr sollt auf euern Direktor vertrauen. Ihr sollt die Schlichtungsausschüsse verlassen. Ihr sollt alles Weitere dem Chef überlassen. Kein Betriebsrat quatsche uns mehr herein, wir wollen freie Wirtschaftler sein! Fort, die Gruppen – sei unser Panier! Na, ihr nicht. Aber wir. Ihr braucht keine Heime für eure Lungen, keine [...]